Verjährung bei Werkverträgen II

Die Beweislage bei „versteckten Mängeln“ stellt sich so dar, dass der Bauherr in den ersten 10 Jahren ab Übergabe lediglich einen Mangel beim beauftragten Bauwerk belegen muss, während der Bauunternehmer nachzuweisen hat, dass er oder seine Mitarbeiter nicht fahrlässig gehandelt haben.

Aus diesem Grunde empfiehlt es sich daher auch bei Bauverträgen genau darauf zu achten, ob vom Bauunternehmer mögliche Schadenersatzansprüche des Bestellers beschränkt werden. In der Regel findet sich in solchen Verträgen die Bestimmung, dass der Bauunternehmer nur für grob fahrlässiges Verhalten seiner Leute haftet. Eine solche Einschränkung ist nach dem Konsumentenschutzgesetz zulässig. Die Herausnahme einer solchen Einschränkung wird aber von vielen Bauunternehmen, die sich ja den Abschluss des Vertrages erhoffen, durchaus akzeptiert.

Die Streichung jeglicher Haftungsbeschränkung im Vertrag ist schon deswegen sinnvoll, da eine Vielzahl von Mängeln durchaus nicht Folgen von „Pfuscharbeiten“ sein müssen, sondern auch aus Fehlleistungen entstehen, die selbst einem sorgfältigen Unternehmer passieren können. Fehlt eine solche Haftungseinschränkung, werden sich Schadenersatzansprüche - in der Regel die Sanierung durch den Unternehmer selbst oder der Ersatz der Sanierungskosten - auch noch Jahre nach Übergabe durchsetzen lassen.

Zusammenfassend ergibt sich daher, dass der Bauunternehmer oder Werkhersteller dem Besteller nicht nur innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfristen, sondern auch für Schadenersatzansprüche innerhalb einer Verjährungsfrist von 30 Jahren ab Übergabe haftet.

Impressum