Der Leasingvertrag

Der Begriff Leasing leitet sich vom englischen Verb „to lease” ab und bedeutet mieten, vermieten oder pachten. Man versteht darunter die entgeltliche Überlassung des Gebrauchs von beweglichen und unbeweglichen Sachen auf bestimmte Zeit, in der Regel verbunden mit der Möglichkeit das Leasingobjekt nach Ablauf der Vertragsdauer zu kaufen. Der in der österreichischen Rechtsordnung nicht als eigener Vertragstypus geregelte Leasingvertrag weist somit Merkmale des Miet- und Kaufvertrages auf. Von besonderer praktischer Bedeutung ist das Leasing von Fahrzeugen; so handelt es sich bei annähernd jedem Dritten in Österreich zugelassenen Neuwagen um ein Leasingfahrzeug.

Beim Kraftfahrzeugleasing kommt regelmäßig die spezielle Form des sogenannten Finanzierungsleasings zur Anwendung. Dabei wird der Leasingnehmer nicht Eigentümer des Leasingfahrzeuges, sondern ist aufgrund des Leasingvertrages lediglich zur entgeltlichen Benutzung des Fahrzeuges während der Dauer des Leasingverhältnisses berechtigt. Eigentümer des Leasingfahrzeuges ist der Leasinggeber. Im Unterschied zur Kreditfinanzierung, wo der Kreditnehmer das Fahrzeug mit dem als Kredit in Anspruch genommenen Betrag kauft und damit Eigentümer des Fahrzeuges wird, bleibt somit das Leasingobjekt bis zum Vertragsende des Leasingvertrages im Eigentum des Leasinggebers.

Der Leasinggeber kauft das Fahrzeug beim Händler an und übermittelt dem Leasingnehmer den Leasingvertrag. Achten Sie darauf, dass im Leasingvertrag jedenfalls folgende Punkte enthalten sind:

Vom Leasinggeber bezahlter Kaufpreis

-  An den Leasinggeber zu leistende Zahlungen (Anzahlung,

    monatliche    Leasingraten, Gebühren, etc.)

-   Vertragslaufzeit in Monaten

-   Jährliche Kilometerleistung

-   Restwert zum Ende der Vertragslaufzeit

-   Effektiver Jahreszins

-   Vom Leasingnehmer zu zahlender Gesamtbetrag

-   Hinweis auf das Recht zur vorzeitigen Rückzahlung

Zu beachten ist, dass die vom Leasingnehmer gefahrenen Mehrkilometer in der Regel extra verrechnet werden und sich zudem wertmindernd auf den bei Vertragsende im Zuge der Rückgabe des Fahrzeuges ermittelten Restwert auswirken. Ist der ermittelte Wert geringer als der vereinbarte Restwert, so hat der Leasingnehmer für die Differenz aufzukommen, allerdings im umgekehrten Fall auch Anspruch auf den Mehrerlös. Das Leasingfahrzeug gehört bei Vertragsende grundsätzlich dem Leasinggeber, welcher darüber entscheiden kann ob der das Fahrzeug an den Leasingnehmer oder einen Dritten verkauft. Ist im Leasingvertrag ein sogenanntes Andienungsrecht vereinbart, so kann der Leasingnehmer vom Leasinggeber den Verkauf des Fahrzeuges an ihn zum vereinbarten Restwert verlangen.

Da Sie beim Leasing nicht Eigentümer des Leasingobjektes werden allerdings das gesamte wirtschaftliche Risiko zu tragen haben, empfehle ich vor Abschluss eines Leasingvertrages jedenfalls die Alternative einer Kreditfinanzierung zumindest eingehend zu prüfen.

Zur umfassenden Beratung bei Fragen zum Thema Leasing steht Ihnen meine Kanzlei gerne zur Verfügung.

 

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