Beraterhaftung

Die vertragliche Haftung für komplexe Dienstleistungen richtet sich nach dem Beratungsvertrag, dem Berufsrecht, dem materiellen Recht des Rechtsgebietes und dem Verfahrensrecht. Die wesentliche Haftungsquelle liegt immer mehr in der Aufklärung des Klienten über mögliche Risiken einer Vorgehensweise und nicht im materiellen Fehler. Dabei ist anhand der Rechtsprechung davon auszugehen, dass der Berater über alle erdenklichen Umstände aufklären sollte, um Haftungen mit Sicherheit zu vermeiden. Besprechungen bei einem Berater, sei es ein Rechtsanwalt, ein Steuerberater oder ein Wirtschaftstreuhänder, sollten daher so weit wie möglich schriftlich dokumentiert und unterschrieben werden. Bei jeder Beratungstätigkeit ist auf die gesetzlich vorgeschriebenen Sorgfaltsmaßstäbe abzustellen.

Die Anforderung an die Sorgfaltspflicht darf jedoch nicht überspannt werden, da von jedem Berater nur der Fleiß und die Kenntnis verlangt werden können, die seine Fachgenossen gewöhnlich haben.

Die strengere Haftung des Sachverständigen, der im Rahmen seines Tätigkeitsbereiches einen Rat erteilt, gilt insbesondere für Rechtsanwälte, bei denen die beratende und ausführende Tätigkeit nicht zu trennen ist. Der Rechtsanwalt haftet für seine Partei nach herrschender Meinung für die Unkenntnis der Gesetze  und muss seine Partei darüber aufklären, wenn eine Rechtsverfolgung nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes oder nach der einheitlichen herrschenden Rechtsübung aussichtslos erscheint. Der Notar hat den Parteien eine vollständige Rechtsbelehrung zu erteilen, besonders auch auf Bedenken gegen ein beabsichtigtes Geschäft  aufmerksam zu machen, bevor er den Vertrag für die Parteien verbindlich festlegt. Er muss auch wirtschaftliche Auswirkungen berücksichtigen. Ebenso wie beim Rechtsanwalt darf aber die Belehrungspflicht nicht überspannt werden und besteht nur im Rahmen des bei objektiver und gewissenhafter Beurteilung möglichen und zumutbaren. Der Steuerberater hat die Pflicht, die Interessen des Mandanten bestmöglich zu wahren, ihn umfassend steuerlich zu beraten und dabei den relativ sichersten Weg aufzuzeigen, um ihn vor Schaden zu bewahren. Diese Pflicht des Steuerberaters beinhaltet, dass eine Auskunft oder ein Rat grundsätzlich richtig sein muss, weil der Steuerberatungsvertrag vorwiegend als Werkvertrag qualifiziert wird.

Darüber hinaus bestehen auch Haftungsansprüche gegen Schiedsrichter, Mediatoren, Wirtschaftstreuhänder, Unternehmensberater und Arbeitsvermittler für rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten.

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